Eltern, so empfehlen Experten, sollten ihren Kindern maximal bis zu Beginn der Sekundarstufe I regelmäßig bei den Hausaufgaben helfen. Denn spätestens ab der fünften Klasse endet die zunächst gut gemeinte Unterstützung nicht selten in Tränenausbrüchen, Wutanfällen oder schlicht in Resignation. Abgesehen davon sind Eltern kaum in allen Schulfächern fit. Aus diesen Gründen erhält bereits heute jeder vierte Schüler bezahlten Nachhilfeunterricht. Stoff, der im Schulunterricht nur unzureichend verstanden oder vermittelt wurde, wird so nachgeholt und aufgearbeitet. Nachhilfelehrer kosten viel Geld, Eltern sind nicht immer die geborenen Pädagogen – also könnte doch ein Lernprogramm durchaus einen Versuch wert sein. Die Software muss ja nicht sofort den Nachhilfelehrer ersetzen, kann aber auf jeden Fall begleitend eingesetzt werden.
Besonders viele Programme werden für die traditionellen Nachhilfefächer, also Mathematik, Deutsch und Fremdsprachen angeboten. In den Regalen der Buchhändler und Medienmärkte stehen inzwischen unzählige verschiedene Lernsoftwaretitel, so dass es schwer fällt, das richtige Programm zu finden. Und nur selten kann man, an einem bereitgestellten PC etwa, vor dem Kauf einen Blick in die Programme werfen. Ob Menüführung und Bedienung aber intuitiv, logisch und konsistent sind, lässt sich nur am Rechner feststellen. Damit dennoch ein Vorgeschmack auf die Software möglich ist, stellt lernklick.de seit Februar 2006 ein neues Feature zur Verfügung: Kurze Videos, in denen einige Bereiche der bewerteten Softwaretitel „im Einsatz“ gefilmt wurden, vermitteln einen direkten Einblick in die Produkte.
»Software mit e-tour auf lernklick.de
Die folgenden fünf „L"s beschreiben, wie sich die Qualität einer Software messen lässt und nach welchen Kriterien die Redaktion von lernklick.de die Spreu vom Weizen trennt. Lernsoftwareprodukte die Sie auf lernklick.de finden beinhalten in der Regel Aspekte aus all diesen Kriterien.
Lernen macht Spaß, wenn es mit Erfolg gekrönt ist. Damit der Weg bis dahin nicht zu weit und beschwerlich wird, sorgen die richtigen Dosierungen der Multimediakomponenten Musik, Animationen, eigene Tonaufnahmen, virtuelle Experimente oder Spiele für Lernlust, Kreativität und Entdeckerdrang.
Motivationsförderung ist das A und O guter Lernsoftware. Sie kann durch das positive und aufmunternde Feedback des virtuellen Tutors, transparente und gut strukturierte Lernstandsanzeigen oder Belohnungen (z.B. kleine Spiele und ausdruckbare Urkunden) unterstützt werden.
Intelligente Software richtet sich nach den Stärken und Schwächen des Lernenden, lässt ihn mit seinen Defiziten nicht allein.
Beispiel 1: In einem Mathematikprogramm wird ein Schrittrechner eingesetzt, der dem Schüler während der Aufgabenbearbeitung Schritt für Schritt Hilfe bietet und unterschiedliche Lösungsverfahren aufzeigt. Gleichzeitig wird das Lernverhalten aufgezeichnet und passend zu den Lernfortschritten werden Vorschläge für die nächsten Lernschritte gemacht.
Beispiel 2: In einem Sprachenlernprogramm hilft der virtuelle Tutor den Lernenden bei der richtigen Aussprache oder bei heiklen Grammatikproblemen weiter. Die Software übernimmt nicht vornehmlich den Part des allwissenden Lehrers, sondern den des allzeit hilfsbereiten Begleiters im Lernprozess. Ganz entscheidend: Der Lernende muss seine Schwächen selbst eingrenzen und erkennen, um sie dann selbständig zu lösen.
Im Idealfall sollte die Software lehrwerksgebunden sein, das Programm enthält und vermittelt also den aktuellen Schulstoff. Es gibt aber auch zahlreiche schulbuchunabhängige Lernprogramme, die gleichwohl empfehlenswert sind. Auf jeden Fall sollten auf der Verpackung die Klassenstufe, das Fach und die Schulform erkenntlich sein. Die Inhalte sollten dem Fach entsprechend multimedial aufgearbeitet sein. Ein Biologieprogramm zu Genetik sollte beispielsweise neben Texten und einem ausführlichem Lexikon, 3D-Animationen, Filmen und Experimenten auch eine gut recherchierte Linkliste zu dieser Themengruppe beinhalten; das erleichtert selbständige und weitergehende Recherchen im Internet.
Fremdsprachensoftware arbeitet mit gesprochenen Textkomponenten, die sollten von Muttersprachlern vorgelesen werden. Gut für den Erfolg sind eingebettete Spiele, die nicht zu sehr von den zu vermittelnden Lerninhalten ablenken
Abgesehen von der professionellen didaktischen Aufbereitung bringt gute Lernsoftware vor allem eins mit: intelligente Interaktivität.
„Erzähle mir – und ich vergesse. Zeige mir - und ich erinnere. Lass es mich tun – und ich verstehe." Dieser Satz des Konfuzius gilt auch heute noch, im Zeitalter der Medienvielfalt. Im Unterschied zu so manchen Lehrer-Schüler oder Eltern-Kind Situationen ist der PC konstant freundlich und er reagiert immer hilfsbereit. Druck von außen wird dadurch minimiert, wenn nicht gänzlich abgestellt. Der Lernende kann jederzeit eine Übung wiederholen, ohne dass der Rechner die Geduld verliert. Auf diese Weise wird das selbst bestimmte Lernen gefördert und die Kinder werden beizeiten auf die virtuelle Lehr- und Lernkultur vorbereitet, die sie ein Leben lang begleiten wird. Nicht zuletzt fördert das Lernen mit guter Software das eigenverantwortliche Zeitmanagement der Schüler.
Der große Vorteil von Lernsoftware: Mehrere Lernkanäle werden angesprochen, nämlich das Auge (sehen und lesen), Ohr und Mund (hören und sprechen) und die Hand (steuern und schreiben).