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Ratgeber

Dyskalkulie

Tag für Tag brütete die siebenjährige Christine mit ihrer Mutter über den Matheaufgaben. Während sie das Lesen und Schreiben rasch lernte, blieb ihr der Zugang zur Mathematik versperrt. Nicht einmal die einfachsten Additionen konnte sie verstehen und das, was an einem Tag gelernt schien, war am nächsten Tag offensichtlich wieder komplett vergessen. Am Ende des 1. Schuljahres war Christine entmutigt und ihre Eltern ratlos. Schließlich stellte ein Therapeut die Diagnose: Rechenschwäche, beziehungsweise Dyskalkulie.

Von dieser Rechenschwäche sind schätzungsweise 4 bis 6% aller Schüler betroffen, also im Schnitt ein Kind in jeder Klasse. Christines Therapie dauerte zwei Jahre. Mittlerweile besucht die Zehnjährige die 4. Klasse. Sie ist eine selbstsichere Schülerin, die weiß, dass sie auch rechnen kann. Wenn Sie glauben, Ihr Kind habe eine Rechenschwäche, dann wenden Sie sich möglichst frühzeitig an Fachleute. Lehrer und Schulpsychologen wissen in der Regel über die verschiedenen Fördermöglichkeiten, beispielsweise in speziellen Instituten, Bescheid. Auch Initiativen von Betroffenen geben Auskünfte und helfen gern weiter. Es gibt typische Merkmale für eine mögliche Dyskalkulie. Ein Indiz: Das Kind löst in der 2. Klasse noch beharrlich die Aufgaben durch (Finger-)Zählen oder es wählt häufig die falsche Rechenart. Denn rechenschwache Kinder entwickeln meist eigene Rechen- und Lösungsstrategien.

Bekannt ist auch der „Irrtum um eins“. Damit ist das Phänomen gemeint, dass sich Kinder haargenau immer um einen Zahlenwert vertun. Dieser Fehler entsteht dadurch, dass Kinder zählen statt zu rechnen und mit der falschen Zahl anfangen oder aufhören zu zählen. Kinder mit Dyskalkulie zeigen häufig Desinteresse an gemeinhin beliebten Spielen. So werden Lego, Puzzles oder Bausteine gemieden, weil es den Kindern schwer fällt, sich ein Modell vorzustellen. Aber nicht jedes Kind, das sich mit dem Rechnen schwer tut, hat eine Rechenschwäche. Deutlich tritt die Dyskalkulie erst im 3. oder 4. Schuljahr in Erscheinung, weil dann in der Schule ein sicherer Umgang mit mathematischen Grundlagen erwartet wird.

Weiterführende Links:

  • bildungsserver.de: Informationen zum Thema Dyskalkulie auf dem deutschen Bildungsserver
  • bildungsklick.de: Informationen zum Thema Dyskalkulie auf bildungsklick.de
  • Legasthenie.net: Informationen vom Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.
(lekl) 18.02.2007


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