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ADHS

„‚Ob der Philipp heute still wohl bei Tische sitzen will?‘ Also sprach in ernstem Ton der Papa zu seinem Sohn und die Mutter blickte stumm auf dem ganzen Tisch herum. Doch der Philipp hörte nicht, was zu ihm der Vater spricht. Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt auf dem Stuhle hin und her. ‚Philipp, das missfällt mir sehr!‘.“ Auch wenn er es nicht so genannt hat, sehr eindrucksvoll beschrieben hat der Frankfurter Nervenarzt und Autor des Struwwelpeters, Heinrich Hoffmann, die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem „Zappelphilipp“.

Mittlerweile ist diese Krankheit recht gut erforscht und diagnostizierbar. Sie gehört zu den häufigsten Störungen im Kindes und Jugendalter. Gekennzeichnet ist ADHS vor allem durch drei Symptome: Aufmerksamkeitsschwäche, Impulsivität und Hyperaktivität. In der Schule, aber auch im täglichen Miteinander kann ADHS für die betroffenen Kinder gravierende Auswirkungen haben. Mangelnde Konzentration und fehlende Ausdauer erschweren das Lernen. Unruhe und störendes Verhalten lassen sie schnell zu Außenseitern werden. Von einer ADS spricht man, wenn ein Kind länger als sechs Monate im Kindergarten, in der Schule und auch zu Hause durch ausgeprägt unaufmerksames und impulsives Verhalten aufgefallen ist. Kommen motorische Unruhe und übermäßiger Bewegungsdrang (Hyperaktivität) hinzu, dann spricht man von ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung).

Die Behandlungsansätze sind sehr unterschiedlich und reichen von Psychotherapien bis zur Verordnung von (starken) Medikamenten. Eltern, die vermuten, ihr Kind könnte ADHS haben, sollten sich an einen auf diesem Gebiet erfahrenen Arzt, Psychologen oder an ein sozialpädiatrisches Zentrum wenden. Elterninitiativen und Selbsthilfegruppen können hier Rat geben. Für Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS gilt: Kinder können sich nur positiv entwickeln, wenn sie von ihren Eltern trotz schlechter Leistungen anerkannt werden. Hohe Erwartungshaltungen, quälendes Üben, Druck oder gar Strafe bewirken das Gegenteil. Loben Sie Erfolge und erkennen Sie die Mühen an, selbst wenn diese nicht gleich zum Erfolg führen.

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(lekl) 18.02.2007

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