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Lernhilfe
Das siebte WerkReihe: Historischer KriminalromanZurück von einem Besuch bei ihrem Bruder in London freut sich Lilli Winterberg auf ihre Rückkehr nach Hamburg. Doch schon beim Eintreffen im Bahnhof scheint etwas nicht zu stimmen – niemand empfängt sie. Im Hamburg des Jahres 1892 eine ungünstige Situation, da es sich bei Einbruch der Dunkelheit für Damen nicht unbedingt empfiehlt, alleine unterwegs zu sein. ScheintotSchon die ersten Seiten des Romans lassen eine ungewöhnliche und recht verstrickte Geschichte vermuten. Und im Folgenden werden die Leser auch nicht enttäuscht. Verlassen auf dem Bahnhofsgebäude kommend hat Lilli also keine andere Wahl als den Heimweg alleine anzutreten. Vor dem elterlichen Heim angekommen findet sie dessen Fenster mit schwarzen Tüchern verhangen vor und gleich ist ihr bewusst, dass wirklich etwas nicht in Ordnung ist. Wenige Minuten und ein verwirrendes Wiedersehen später ist auch ihr klar, dass die Leiche in der Stube der Familie einen derben Schock versetzt haben muss: Die Tote ist Lilly wie aus dem Gesicht geschnitten, trägt zudem auch noch ihre Uhr und ist offenkundig einem Mord zum Opfer gefallen. Glück im Unglück?Kurz bevor Lilly eintraf, wurde das Mädchen vor der Tür des Bestattungsunternehmens von Lillys Eltern entdeckt. Die Freude ist natürlich zunächst groß als die totgeglaubte Tochter plötzlich in der Tür steht, und die verwirrende Geschichte um die abgelegte Leiche vorerst nicht mehr im Vordergrund steht. Doch schnell ändert sich dies, als der Vater verhaftet und mit einem Mordvorwurf konfrontiert wird. Denn die Tatwaffe stammt aus seiner Werkstatt. Lilly lässt sich aber von diesen kruden Vorwürfen nicht aus der Fassung bringen und beginnt selbst mit den Ermittlungen. Unterstützung erhofft sie sich hierbei von einem Journalisten, der ihr neben Hoffnungen auch gleich den Hof macht. Dreck und CholeraHamburg um 1900 ist eine lebhafte und zugleich von großen Gegensätzen geprägte Handelsmetropole. Rauschen hier bereits die ersten Automobile frei von Verkehrsregeln durch die Gassen, vegetieren wenige Meter weiter die Menschen in ihren engen dunklen und vollkommen verdreckten Behausungen. Neben der packenden Kriminalgeschichte um Lillys Familie und dem schwierigen Weg das Offenkundige (nicht nur in der Liebe) zu entdecken schildert die Autorin im wahrsten Sinne des Wortes unheimlich bildhaft die Lebens- und Sterbenssituation dieser Zeit. Mit dem Ausbruch der Cholera aber wird das bisher harte Leben der Menschen zur Überlebensfrage. FazitDer Autorin Maiken Nielsen gelingt mit diesem Roman eine lebhafte, realistische und zugleich erschütternde Reise in das Hamburg um die Jahrhundertwende. Spannende und bisweilen fast zu eindringlich geschilderte Charaktere vom einfühlsamen Arzt, dem protzenden Schreiberling bis zum konkurrierenden Bestatter sorgen für einen ebenso verschlungenen wie fesselnden Plot.
(lekl) 02.11.2009
Titel: Das siebte Werk
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