Der Auftrag ist klar: Etheria ist von ungeselligen Zeitgenossen bedroht und bedarf schneller Hilfe. In der Rolle des tapferen Ritters taucht der Spieler ein in eine Geschichte von Königen, Prinzessinnen, Orks und Untoten. Einzig die Kämpfe werden nicht auf dem Schlachtfeld ausgetragen sondern fordern Zauber- und Kombinationsgeschick in einer modernen Variante des Klassikers Vier Gewinnt.
In der Rolle eines Druiden, Ritters, Kriegers oder Hexenmeisters beginnt der Spieler seine Mission. Jeder Charakter verfügt über individuelle Eigenschaften wie Kampfstärken oder spezielle Zauberkraft. Das Land der Agarischen Ritter ist in Gefahr und muss verteidigt werden. Bartonia, die größte Stadt in Etheria, ist der Startpunkt der Reise. Auf einer Übersichtskarte wird diese als kleine Burg angezeigt. Ein Klick mit dem Touch-Pan darauf und schon öffnet sich ein kleines Pop-Up-Fenster. Zur Auswahl stehen darin Deine Zitadelle, Mission besorgen, Wirtshaus, Einkaufen und Heldeninventar. Zunächst gilt es sich einen Überblick zu verschaffen, dabei kann ein Besuch im Wirtshaus nicht schaden. Gerüchte machen hier permanent die Runde und fördern so manch Wissenswertes ans Tageslicht. Mit dem neuesten Schnack ausgestattet wird es Zeit für die erste Mission. Abstriche gibt es an dieser Stelle für die Übertragung der Texte und Dialoge ins Deutsche, bei der die Zeit offensichtlich der Gründlichkeit im Wege stand.
Seria ist das erste Ziel. Gibt es an den Stationen neben Kampfhandlungen wichtige Informationen oder Aufträge werden diese in kleinen visualisierten Episoden vermittelt. Allerdings ist der Spieler aufgefordert sich diese gut zu merken, oder aufzuschreiben. Zwar gibt es das sogenannte Heldeninventar, in dem allerhand aufgelistet wird, allerdings sind die Aufträge hier leider nicht zu sehen. Findet sich auf der Karte zu Beginn nur Bartonia, füllt sich die Übersicht mit fortschreitendem Spielgeschehen langsam. Kleine und größere Städte sprießen aus dem Boden und werden sogleich mit Straßen verbunden. Mittels Touch-Pen oder Steuerkreuz können diese dann bequem über den Screen bewegt werden. Ein Klick auf das gewünschte Ziel und schon zieht die Spielfigur los.
Herzstück des Games sind die Puzzlekämpfe. In einem achtmal acht Felder großen Spielfeld finden sich 64 verschieden Icons. So gibt es dort rote, blaue, gelbe und grüne Kugeln (Mana), Totenköpfe, Geld und violette Sternchen. Der Spieler darf nun im Wechsel mit dem virtuellen Gegner jeweils ein Icon bewegen. Befinden sich dann mindestens 3 gleiche in einer vertikalen oder horizontalen Reihe, verschwinden sie und werden dem Punktekonto gutgeschrieben. Sind es drei oder mehr Totenköpfe, wird dem Gegner Lebensenergie abgezogen - das Ziel ist es also den Kontrahenten zu besiegen. Wer geschickt kombiniert, versucht vorauszuberechnen wie sich die Icons neu anordnen, wenn die zusammengefügten verpufft sind. Gelingt dies gut, können Kettenreaktionen zu ungeahnten Punkteschüben führen. Neben den Spielzügen können zusätzlich oder alternativ Zaubersprüche eingesetzt werden. Diese können im Laufe des Spiels erworben und ausgewählt werden. Leider ist es nur möglich maximal sieben davon in ein Knobelduell mitzunehmen.
Vor allem bei starken Gegnern, und das sind nicht wenige, können die Zaubersprüche spielentscheidend sein. Gerade deswegen verwundert es, dass diese wie auch die Zaubergegenstände wie Schilde und Waffen innerhalb des Programms wenig oder unverständlich erläutert werden. Gemberry bringt beispielsweise Lebensenergie zurück, Waldbrand verursacht Schaden beim Gegner oder Luftlenkung bringt gelbes Mana. Jeder Zauber benötigt bestimmte Mengen und Kombinationen des Manas, um aktiviert zu werden.
Mit dem aus den Aufträgen und Kämpfen erwirtschafteten Geld kann der Spieler nach und nach seine eigene Zitadelle aufbauen. Dort kann Ausrüstung angefertigt oder Reittiere ausgebildet werden. Aber auch ein Turm für Gefangene steht zu Verfügung, in welchem den Insassen beispielsweise Zaubersprüche abgeluchst werden können, denn nicht immer muss der Feind im Knobelkampf besiegt werden. Wenn es sich anbietet, macht es mitunter mehr Sinn ihn gefangen zu nehmen.
Komplexer Knobelspaß im Fantasygewand mit Suchtfaktor. Puzzle Quest verzichtet auf den tatsächlichen Kampf und fordert die Hirnwindungen zur spielerischen Auseinandersetzung heraus. Eingebettet in eine kurzweilige Geschichte steigen nach und nach Schwierigkeitsgrad und Kombinationsmöglichkeiten und sorgen gemeinsam für langanhaltenden Spielspaß.
Titel: Puzzle Quest – Challange of the Warlords
Verlag: Koch Media
empf. Preis: 27,50 Euro
Medium: NDS-Spiel
System: Nintendo DS
Erscheinungsjahr: 2008