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Lernhilfe
Lyrik nervt!Erste Hilfe für gestresste Leser
Ach ne, schon wieder ein Gedicht? So mag es genervt aus manchem Klassenzimmer schallen oder gemurmelt haben. Für diejenigen, denen das Thema Lyrik dank unmotivierter Vermittlungsansätze verleidet ist, die es aber gern auf einen zweiten Versuch ankommen lassen wollen, bietet dieses Buch einen rasanten Marsch durch die Verse, ohne die Leser aus dem Sattel zu werfen. Fachtermini – kein TabuÜber Trochäus, Daktylus und Anapäst zu sprechen ist eine Sache, sie als Profilierungsmittel gegen weniger Lyrikbewanderte zu verwenden dagegen eine andere. Konsequent, in einem lockeren und doch aussagekräftigen Text nimmt Andreas Thalmayr – alias Hans Magnus Enzensberger – vor allem junge Leser mit auf eine Reise durch die Kunst, Worte tanzen zu lassen. Geschickt geht er vom Alltäglichen zum Besonderen, flicht gut gewählte Beispiele ein, setzt sie in einen leicht verständlichen Kontext, zeigt ihre Erfüllung aber auch ihre Verfehlungen der gesetzten Lyrikregeln auf. Fachtermini finden sich zusammen mit leicht verständlichen Erklärungen ihrer Aussagen wieder, Rhythmus, Versmaß und Reimform stellen sich vor, ohne den Fluss des vereinnahmenden Laufs durch die Gattung zu behindern. Frisch von der Leber„Was will uns der Autor damit sagen?“ Eine Frage, die zu stellen sich ja kein Literaturwissenschaftsstudent einfallen lassen soll. Und doch spukt sie wohl so manchem Gedichtleser im Hinterkopf, egal welchen Alters. Was ist, wenn die Reime gar nichts sagen sollen? Ist es etwa legitim, ein Gedicht nur um seines Klanges willen zu genießen? Aber sicher, zumindest als eine von mehreren Möglichkeiten mit Lyrik zu verfahren, wie der Autor in einem Kapitel zu verstehen gibt. Ist das Interesse an Gedichten erstmal geweckt, nennt eine Seite weiter hinten im Buch noch Ein paar Bücher für die, die es noch genauer wissen wollen, bevor ein ausgiebiges Verzeichnis der Quellen, denen die Beispiele entnommen sind, anschließt. FazitFrisch und frei schreibt sich Enzensberger als Andreas Thalmayer seine Liebe zum geschriebenen Wort von der Seele und nimmt vor allem jüngere Literaturinteressierte mit auf einen beschwingten Weg durch tanzende Worte, Verse und Reime. Ob Schüler, Student oder Erwachsener: Kurzweilig bringt dieses Buch die Lyrik auf angenehme und eingängige Art an den Leser.
(lekl) 20.08.2008
Titel: Lyrik nervt!
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