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Basteltipps & Experimente

Wenn Tulpen Tinte trinken

Dauer Benötigte Materialien
ca. 24 Std. zwei weiße Tulpen, zwei blaue und zwei violette Tintenpatronen, zwei Gläser

Das Experiment

Zuerst der Versuch, mit dem wir die Frage beantworten, was mit einer weißen Blume passiert, die man in blau gefärbtes Wasser stellt. Geben Sie den Inhalt von zwei blauen Tintenpatronen in ein Glas und füllen mit rund 100 Millilitern Wasser auf. Dann schneiden Sie die Tulpe unten frisch an – damit sie das Wasser besser aufnehmen kann – und stellen sie in die verdünnte Tinte. Wenn Sie den Versuch am Nachmittag ansetzen, können Sie am nächsten Tag schon deutlich den Effekt sehen: Die weißen Blüten haben einen blauen Rand bekommen. In den Blütenblättern erkennt man die blau gefärbten, feinen Adern, in denen die Tinte zu den Blatträndern geleitet wird. Sogar der Stempel ist oben blau geworden. In den grünen Blättern sind die Leitungsbahnen ebenfalls blau gefärbt.
Nun die Antwort auf die zweite Frage: Welches Muster hat eine Tulpe, die mit dem Stängel in zwei verschiedenen Farben steht? Wir haben als zweite Farbe zuerst rote Tinte ausprobiert, waren von dem Ergebnis aber nicht überzeugt. In den Blättern konnte man die Rotfärbung zwar gut beobachten, die Blüte war aber nicht richtig rot geworden. Mit violetter Tinte war der Effekt wesentlich eindrucksvoller. Der Farbunterschied zwischen Blau und dem rötlichen Violett war gut sichtbar. Für die Doppelfärbung setzen Sie zusätzlich eine violette Tintenlösung an. Stellen Sie die beiden Gläser dicht nebeneinander. Mit einem scharfen Küchenmesser spalten Sie den Stil der Tulpe von unten her vorsichtig bis etwa zur Mitte. Nun stellen Sie die Blume mit der einen Stängelhälfte in das blaue Wasser, mit der anderen in das violette. Das kann ein ziemlicher Balanceakt werden. Einfacher geht es, wenn sich die Tulpe an einer Wand anlehnen kann. Genau wie beim ersten Versuch sieht man auch hier erst nach mindestens einem Tag ein Ergebnis.

Was steckt dahinter?

Auch Pflanzen, die bereits von ihrer Wurzel getrennt sind, haben noch die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und zu transportieren. Durch die Färbung werden die Leitungsbahnen sichtbar. Wenn man die Blütenblätter genau betrachtet – vielleicht auch durch die Lupe – erkennt man, wie fein verzweigt das Netz ist. Schließlich muss jede einzelne Zelle mit Wasser versorgt werden. Beim Versuch mit dem geteilten Stängel wird deutlich, wie die Leitungsbahnen angeordnet sind. In den beiden Hälften der Blüte sammelt sich jeweils der Farbstoff an, der in der dazugehörigen Stängelhälfte nach oben transportiert wurde. Die Blüte ist zur Hälfte blau, zur Hälfte violett. Die Grenze zwischen den Farben ist erstaunlich scharf und deutlich.

Und sonst?

Der einfache Färbeversuch funktioniert prinzipiell mit allen weißen Blumen. Wir haben ihn auch mit Gänseblümchen ausprobiert und es hat prima geklappt.
Gehen Sie beim nächsten Sonntagnachmittag-Waldspaziergang doch einmal mit der Familie auf die Suche nach Blättern mit einem besonders schönen, ausgeprägten Adernmuster. Diese Blätter können dann als Blaupause für Kunstwerke ihres Sprösslings dienen. Einfach ein Stück Papier über die Blätter legen und mit einen weichen Bleistift leicht darüber fahren. Nach etwas Übung erscheint auf dem Papier das feine Muster der Blattnerven.

Die Anordnung der Adern im Blatt ist übrigens ein zentrales Merkmal für die Bestimmung von Pflanzen. Wichtiges Kriterium ist zum Beispiel, ob die Adern parallel oder netzartig angelegt sind.

Das Buch zum Experiment auf lernklick.de:

Weiteres

(Versuch aus: Warum Blumen bunt sind und Wasserläufer nicht ertrinken, ISBN 978-3-451-29970-4, 14,95 Euro)
www.herder.de

(lekl) 12.02.2009


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